CONTENT MARKETING BERATER. „Content is king“ – diese Parole hört man seit Jahren immer wieder von (Online-)Marketing-Beratern. Entsprechend viel Content produzieren viele Angehörige der beratenden Zunft.

„Content ist king“ – so lautet ein Credo vieler Marketing-Berater und -Agenturen
So viel „Content“, sprich Text- und Bildmaterial, produzieren so manche Trainer, Berater oder Coaches für ihre Webseiten, Blogs und Social-Media-Accounts, dass man sich zuweilen fragt: „Wann gehen sie ihrer eigentlichen Arbeit nach?“ Und stets ist mit der Produktion von immer neuem Content, die Hoffnung verknüpft:
• Dann werden mehr potenzielle Kunden auf mich aufmerksam.
• Dann verankert sich mein Name als Marke im Kopf der Zielkunden.
• Dann erhalte ich mehr Anfragen potenzieller Kunden.
• Dann ziehe ich mehr Aufträge an Land.
Auch Content-Marketing bedarf einer Strategie

Die Content-Produktion sollte einer integierten Marketing- und Vertriebsstrategie folgen
Das mag ja sein, wenn hinter dem sogenannten Content-Marketing eine ausgefeilte Marktbearbeitungs-Strategie steckt, und die Content-Produktion nicht zum reinen Selbstzweck wird – beziehungsweise einem Beschäftigungsprogramm für als Content-Marketing- oder Online-Marketing-Agenturen getarnte job-suchende PR-Agenturen.
Letzteres ist nicht selten der Fall, da die klassischen Printmedien im letzten Jahrzehnt dramatisch an Bedeutung verloren haben. Dadurch wurden viele Angehörige der schreibenden Zunft beziehungsweise „Text-Lieferanten“ sozusagen arbeitslos. Also suchten sie sich neue Betätigungsfelder und fanden diese nicht selten
• im Corporate Publishing – also in der Produktion von Print- und Online-Medien für Unternehmen und
• im Content-Marketing-Bereich – also in der Textproduktion für Online-Medien bzw. digitale Medien.
Entsprechendes gilt für viele Grafiker, Medien-Designer und Kreativ-Agenturen, die zunehmend auch die KI-Konkurrenz spüren.
Content-Produktion der Berater ist oft zweck-los

Content-Marketing: Die Content-Produktion der Berater, Coaches darf nicht zum Selbstzweck werden.
Dass hinter der intensiven Content-Produktion eine zielorientierte Marktbearbeitungs-Strategie steckt, daran habe ich oft meine Zweifel. So zum Beispiel bei einem Berater, der Anfang Dezember bei uns anrief und sagte, er wolle in seine Webseite einen Blog integrieren und ob wir – also die PRofilberater – für diesen künftig in seinem Namen wöchentlich ein, zwei Beiträge schreiben und diese ins Netz hochladen könnten. Auf meine Rückfrage „Wozu?“ antwortete er, damit seine Webseite besser im Netz gefunden werde.
Daraufhin schaute ich mir seine Webseite an und stellte fest: Diese ist aktuell faktisch null für die Suchmaschinen optimiert. Daraufhin fragte ich den Berater, ob es nicht zielführender wäre, denn bereits auf der Webseite vorhandenen Content für die Websuche zu optimieren statt stets neuen zu produzieren (…der dann ebenfalls nicht gefunden wird). Das erschien dem Berater durchaus logisch.
Nicht in eine blinde Content-Produktion verfallen

Die Produktion von Content kostet immer Zeit und/oder Geld und beide Ressourcen sind bei Beratern stets begrenzt.
Ähnlich verhält es sich bei vielen Beratern, die uns – also die PRofilBerater – zum Beispiel mit solchen Anliegen kontaktieren wie künftig regelmäßig
• Whitepaper für ihre Webseite zu erstellen oder
• Videos für ihren YouTube-Kanal zu produzieren oder
• Beiträge bzw. Poste für ihren Facebook- oder LinkedIn-Account zu erstellen.
Bei ihnen kann der Rat oft nur lauten: „Macht‘ doch erst mal das richtig, was ihr schon angefangen habt, bevor ihr die nächste Baustelle eröffnet und noch mehr zeitliche und/oder finanzielle Ressourcen bindet“.
Content-Marketing kostet viel Zeit und/oder Geld

Den für das Marketing produzierten Content cross-medial nutzen
Denn eines sollte man beim sogenannten Content-Marketing nie vergessen: Es kostet entweder viel Zeit oder Geld (für externe Dienstleister). Deshalb sollten alle Entscheidungen in diesem Bereich wohl überlegt und in eine cross-mediale sowie in sich stringente Marketing- bzw. Marktbearbeitungsstrategie eingebettet sein. Ansonsten sind die getätigten Investitionen schnell nichts anders als eine Verschwendung von Zeit und Geld (… oder sie dienen nur der „Selbstfriedigung“, also dem Erfüllen persönlicher Bedürfnisse und nicht betrieblicher Notwendiggkeiten).
Die Content-Produktion als Berater gezielt zurückfahren
Und zuweilen sollte man als Berater und Coach die Content-Produktion am laufenden Band auch auf den Prüfstand stellen und gegebenfalls gezielt zurückfahren – so zum Beispiel, wenn sich zeigt, dass die permanente Produktion von Blog-Beiträgen, Whitepapern, Social-Media-Posts, Videos, Podcasts usw. nicht die erhoffte Wirkung zeigt … selbst wenn die Marketingberater weiterhin gebetsmühlen-artig verkünden „Content is king“.

