21 Apr.

Consultingmarkt: Unternehmensberatungen werden zuversichtlicher

CONSULTINGUNTERNEHMEN, BERATUNGSUNTERNEHMEN. Der Geschäftsklimaindex für den Consultingmarkt des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) für das 1. Quartal 2026 zeigt: Die Beratungsunternehmen werden wieder zuversichtlicher.

 

Die Unternehmensberatungen in Deutschland blicken mit etwas mehr Zuversicht als noch vor drei Monaten und gar einem Jahr in die Zukunft. Das zeigt der aktuelle Geschäftsklimaindex für den Consultingmarkt, der vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) quartalsweise erhoben wird. Er weist eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorquartal auf (um 0,5 Punkte auf 89,2) und entkoppelt sich damit laut BDU „erstmalig seit dem dritten Quartal 2020 positiv vom ifo-Geschäftsklimaindex“, der im letzten Quartal erneut gesunken ist“.

 

 

Die Beratungsunternehmen erwarten steigende Auftragsvolumen

 

Noch deutlicher zeigt sich die gestiegene Zuversicht im Vergleich zum Vorjahr – also zum 1. Quartal 2025. In diesem Zeitraum stieg der Anteil der Unternehmensberatungen mit einer „günstigen Geschäftserwartung“ deutlich von 24 auf 30 Prozent. Zugleich sank der Anteil der Beratungen mit einer „ungünstigen Erwartungen“ von 23 auf 20 Prozent.

 

Ungeachtet der spürbaren Aufbruchstimmung bleibt die Beratungsbranche jedoch „nach wie vor sehr von der Entwicklung der wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland und damit auch von den geopolitischen Begebenheiten abhängig“, betont die BDU-Präsidentin Iris Grewen.

 

 

Alle Berater sind zuversichtlich – nur die HR-Beratungen nicht

 

Gestiegen ist der BDU-Geschäftsklimaindex im zurückliegenden Quartal in allen Beratungsbereichen mit Ausnahme der HR-Beratung, die einen Rückgang um -0,6 Punkte (Index: 82) verzeichnet. In diesem Beratungsfeld erwarten 33 Prozent der Anbieter eher ungünstigere Geschäftsaussichten.

 

Das stärkste Wachstum des Indexwerts verzeichneten mit +0,9 Punkten die Organisations- und Prozessberatungen (Index: 86).

 

 

Am zuversichtlichsten sind die Sanierer und Strategieberater

 

Am optimistischsten blicken jedoch weiterhin die Sanierungsberatungen mit einen Geschäftsklimaindex-Wert von 106 Punkten in die Zukunft (Anstieg: +0,4). Bei ihnen gehen 52 Prozent der befragten Consultingunternehmen von günstigeren Geschäftsaussichten aus, was dem BDU zufolge als Zeichen dafür gewertet werden kann, „dass überdurchschnittlich viele der deutschen Wirtschaftsunternehmen mit ökonomischen Herausforderungen konfrontiert sind“.

Außer den Sanierungsberatungen erwarten auch die Strategieberatungen (36%), die IT-Beratungen (33%) und die Organisations- und Prozessberatungen (25%) in den nächsten sechs Monaten eine günstigere Geschäftsentwicklung.

 

 

Große Beratungsunternehmen sind zuversichtlicher als kleine

 

Nach Größenklassen sortiert verzeichnen die Beratungsunternehmen mit einem Umsatz zwischen 10 und 50 Millionen Umsatz (+4,4 Punkte) und über 50 Millionen Euro Umsatz (+4,5 Punkte) den höchsten Anstieg im Geschäftsklima.

 

Allerdings blicken auch die kleineren Beratungen für die kommenden Monate wieder optimistischer in die Zukunft: Während aktuell noch 41 Prozent der kleinen Beratungen mit weniger als 250.000 Euro Jahresumsatz ihre Geschäftslage als „unter Budget liegend“ beschreiben, sinkt ihr Anteil mit Blick auf die nächsten sechs Monate auf 24 Prozent.

 

 

Die Personalstruktur der Beratungsunternehmen verändert sich

 

58 Prozent der befragten Unternehmensberatungen gaben in der Befragung an, aktuell noch pyramidal organisiert zu sein; 32 Prozent weisen eine diamantförmige Struktur auf.

 

Hier kündigt sich jedoch dem BDU zufolge eine Veränderung an. 45 Prozent der Beratungsunternehmen gaben in der Befragung an, dass sie in fünf Jahren vermutlich eine diamantförmige Struktur haben werden – also, dass dann das Gros ihrer Mitarbeitenden nicht mehr auf der unteren, sondern auf der mittleren Ebene angesiedelt sein wird.

 

 

Die KI: ein Changetreiber bei den Beratungsunternehmen

 

Als Grund für diese Veränderung ihrer Personal- bzw. Mitarbeiterstruktur nennen die Unternehmensberatungen: „Die Integration und Anwendung von neuen KI-Tools erlaubt einen Produktivitätsschub und ändert die Art, wie wir arbeiten, sodass weniger Teammitglieder zur strukturierten und repetitiven Datenbearbeitung benötigt werden.“

 

Ungeachtet dessen setzen „viele Beratungshäuser nach wie vor im Bereich des Nachwuchses auf Berufseinsteiger und junge Talente, die jedoch teilweise bereits mit anderen Aufgaben als bisher betraut werden“, erläutert die BDU-Vorsitzende Iris Grewe.

Nähere Infos über den Geschäftsklimaindex des Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) finden Interesssierte auf der BDU-Webseite.

 

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