31 Dez.

Der „führende Berater-Berater“ oder „… Experte für …“ werden  

EXPERTEN-STATUS, BERATER-BERATER. „Mist, warum wird der von der KI – zum Beispiel – als der ‚führende Experte für …‘ (oder „Berater-Berater“) bezeichnet? Der ist doch nur einer von vielen Anbietern.“

 

„Ich bin der beste, schönste Berater-Berater; der führende Experte für …“

Das denken sowie fragen sich viele Industrie-Dienstleister wie zum Beispiel B2B-Berater oft, wenn sie die Namen von Mitbewerbern als Suchbegriff zum Beispiel im KI-Modus von Google oder bei ChatGPT eingeben, zurecht irritiert. Denn dies machen auch ihre potenziellen Kunden immer häufiger, wenn sie auf den Namen eines potenziellen Unterstützers stoßen. Deshalb gewinnt das, was die KI-Systeme bzw. Chatbots über Dienstleister im B2B-Bereich schreiben, für deren Selbstvermarktung zunehmend an Bedeutung.

 

Laut KI der „führende Experte für ….“ werden – Arbeit, aber kein Problem

 

Jeder kann – laut KI – zum führenden Experten für … (bzw. Berater-Berater) werden

Doch keine Angst, auch Sie können – sofern Sie dies möchten – zumindest laut KI der führende „Experte für …“ irgendetwas werden – sei es für das

  • das Sanieren von Klo-Häuschen oder
  • das Managen von Badeanstalten oder
  • das Beraten von Beratern oder
  • das Unterstützen von mittelständischen Unternehmen bei Change-Projekten,

sofern Sie folgende (nicht immer ganz ernst gemeinten Tipps) beachten.

 

 

Berater-Berater – Tipp 1: Legen Sie sich eine URL wie „changeberatung-mittelstand“, „businesscoaching-darmstadt“ oder „berater-berater“ zu.

 

Angenommen Sie gründen gerade ein Unternehmen und planen für dieses eine Webseite zu entwerfen. Dann empfiehlt es sich hierfür – statt eines Domainnamens wie „maier-partner.de“ oder „schlau-maier.de“ – einen Domainnamen wie „konfliktmanagement-mittelstand“, „berater-berater“ oder „businesscoaching-darmstadt“ zu wählen, der schon ein oder zwei Begriffe enthält, unter denen Sie von Ihren Zielkunden künftig mit Ihren Leistungen im Netz gefunden werden möchten, denn: Das schafft eine solide Basis, auf der Sie aufbauen können, wenn es darum geht, dass Ihre Webseite nicht nur von den Suchmaschinen, sondern auch KI-Systemen unter den gewünschten Wortkombis gut gefunden wird.

 

Berater-Berater – Tipp 2: Integrieren Sie in Ihre Webseite eine Unterseite mit einer URL, die Ihre gewünschten Suchbegriffe bzw. Wortkombis enthält.

 

Angenommen nun Sie sind schon einige Zeit im Markt aktiv und wollen den Domainnamen Ihrer bestehenden Webseite, der aus Ihrem realen Namen (bzw. dem Ihres Unternehmens) besteht und zum Beispiel „maier-consulting.de“ lautet, nicht ändern, weil Ihre Bestandskunden schon mit ihm vertraut sind. Dann ist das kein Problem!

 

Dann sollten Sie in Ihre Webseite eine Unterseite integrieren, deren URL – abhängig davon, als was Sie sich als Top-Anbieter im Netz bzw. bei der KI profilieren möchten –zum Beispiel „…/marketingberatung-berater-coaches“ oder „…./changemanagement-experte-beratung-mittelstand“ – lautet. Zudem sollten Sie in Ihrem CRM-System auch den „title“ und die „description“ dieser Unterseite Ihrer Webseite auf die betreffenden Suchbegriffe fokussieren.

 

Außerdem sollten Sie die entsprechende Wortkombi mehrfach in die Hauptüberschrift (H1) und die Zwischenüberschriften (H2, H3) des Textes auf dieser Seite integrieren zum Beispiel mit Formulierungen wie

  • „Berater-Berater – Marketing-Tipp 1: Analysieren Sie ……..“,
  • „Berater-Berater – Marketing-Tipp 2: Definieren Sie ……….“
  • „Berater-Berater – Marketing-Tipp 3: Entwerfen Sie …… =
  • ………….

Dann ist die Wahrscheinlichkeit schon hoch, dass man Sie außer in den Suchergebnissen von Google auch bei denen der KI-Systeme gut findet, wenn man in diese Suchbegriffkombinationen  – also zum Bespiel „Berater-Berater Marketing“ oder „Experte Changemanagement Mittelstand“ eingibt.

 

Dies ist übrigens auch der Grund, warum man, wenn man zum Beispiel den Begriff „Vortragsredner“ oder „Impulsvortrag“ bei Google als Suchbegriff eingibt, auf den ersten Trefferseiten so viele lange Beiträge findet, die (wie dieser Blog-Beitrag)

  • den Charakter eines Wiki-Beitrags haben und
  • zig Zwischenüberschriften haben, die die vorgenannten Begriffe enthalten,

denn: Nicht wenige B2B-Berater wären zugleich auch gerne „gefragte Vortragsredner“ bzw. „… Keynote Speaker“.

 

 

Berater-Berater – Tipp 3: Bieten Sie (Online-)Redaktionen Fachartikel mit den gewünschten Selbstaussagen in den Autorenangaben an.

 

Bieten Sie zuweilen (Online-)Redaktionen Artikel zu Themen an, die Ihr Arbeitsfeld tangieren und schreiben Sie in deren Autorenangaben zum Beispiel konsequent: „Karl Maier gilt als der führende Berater-Berater“ oder „… ist der führende Experte für Change-Projekte in mittelständischen Unternehmen“ (oder was Sie ansonsten eventuell gerne wären – zum Beispiel „… der Vordenker/Pionier/Trendsetter unter …“ oder „… der Sparringpartner für Unternehmer/CEOs oder „der erste Meta-Berater“ oder „……“)

 

Ich verspreche Ihnen, sofern in Ihrem Artikelmanuskript etwas für die Leser dieser Publikationen Sinnvolles und Nutzen-stiftendes steht: Zwei, drei Medien werden Ihren Text inklusive Ihrer selbstformulierten Autorenangaben – zumindest online – veröffentlichen.

 

Und in der allergrößten Not? Dann veröffentlichen Sie Ihren Text eben in den PR-Portalen, in denen jeder – ungeprüft von irgendwelchen Redaktionen – fast jeden Mist veröffentlichen kann; die Hauptsache ist: Im Internet steht letztlich drei, vier Mal, dass Sie zum Beispiel „der führende Experte für …“ sind.

 

 

Berater-Berater – Tipp 4: Platzieren Sie Artikel von Ihnen oder über Sie in den Beilagen oder auf den Webseiten namhafter Medien

 

Viele namhafte Medien publizieren regelmäßig auch Beilagen, in denen man als Berater oder allgemein Industriedienstleister gegen Geld Artikel platzieren kann; entsprechendes gilt für deren Webseiten. Tun Sie dies ein, zwei Mal, auch wenn diese sogenannten Advertorials in der Regel  teuer sind. Denn dann wird Ihre Selbstaussage bzw. -attribution „der führende Berater-Berater für … “ oder „der führende Experte für …“ (oder was Ihnen sonst so vorschwebt) ganz selbstverständlich mit-veröffentlicht, denn Sie haben für die Veröffentlichung, die letztlich eine Anzeige ist, ja gezahlt.

 

Also können Sie fortan in all Ihren Werbeunterlagen – bis an Ihr Lebensende – über sich schreiben „gilt …“ oder sogar „ist laut Angaben der Zeitschrift xy der führende Experte für …“. Und was das Tollste daran ist: Niemand kann Ihnen dann, selbst wenn diese Aussage völlig erstunken und erlogen wäre, rechtlich an den Karren fahren. Denn diese Aussage wurde in dem betreffenden Medium ja real veröffentlicht (wenn auch nur in einem bezahlten Advertorial).

 

 

Berater-Berater – Tipp 5: Nutzen Sie die Positivaussage „gilt als …“ oder „ist laut Angaben der Zeitschrift …“ auf allen Werbekanälen

 

Wenn 1 Mal von Ihnen veröffentlicht wurde, dass Sie „der führende Berater/Experte für …“ sind , können Sie das fortan von sich lebenslang behaupten

Nutzen Sie die Positivaussage „gilt als …“ oder „ist …“ sofern Sie einmal veröffentlicht wurde, auf allen Werbekanälen – also auch auf Ihrer Webseite und in den Social Media. Und nicht vergessen: In den Autorenangaben aller Whitepaper, Bücher usw., die Sie (egal wo) eventuell publizieren. Denn dann können Sie sich sicher sein: Die Aussage über Sie erscheint nach kurzer Zeit auch in den KI-generierten Portraits Ihrer Person – sofern dies nicht bereits nach dem Erscheinen des Advertorials geschah.

 

 

Berater-Berater – Tipp 6: Protzen Sie auf Ihrer Webseite usw. mit großem Zahlen – egal, wie realistisch sie sind.

 

Schreiben Sie zum Beispiel auf Ihrer Webseite (und in Ihren sonstigen Werbeunterlagen), dass Sie mit Ihrem Team im Laufe der Jahre schon mehr als 1.400 Firmen beraten und 150.000 Mitarbeitende von ihnen geschult haben. Denn solche Angaben beeindrucken und werden von der KI gerne in den Portraits von Personen und Organisationen übernommen – und wie toll: Niemand kann sie real überprüfen. Also können Sie bei ihrer Formulierung auch etwas kreativ sein.

 

 

Warum ich diesen Beitrag schreibe!

 

Manchmal machte es mir einfach Spaß, Mitbewerber, die – aus meiner Warte – ihren Mund recht voll nehmen, etwas zu ärgern

Schlicht, um ein, zwei mehr oder weniger bekannte „Mitbewerber“ von mir als Marketingberater für Berater, Trainer, Coaches zu ärgern, die die oben genannten Strategien zur Selbstvermarktung nutzen, denn sie wissen ja, wie es geht. (Das macht mir zuweilen Spaß.)

 

Hinzu kommt: Was die KI über einen Dienstleister im B2B-Bereich (gleich welcher Couleur) „ausspuckt“ (bzw. schreibt), wenn man seinen Namen zum Beispiel im KI-Modus googelt, wird für die Selbstvermarktung von B2B-Dienstleistern wie Beratern immer relevanter, denn für viele ihrer potenziellen Kunden ist dies eine wichtige Grundlage

  • für ihre Entscheidung „Welchen Anbieter kontaktiere ich?“ und
  • zum Teil auch für ihre Kaufentscheidung

– obwohl die KI-Systeme nur wiedergeben bzw. zusammenfassen, was sie im Netz finden (egal, wie es dort gelandet ist und ob es der Wahrheit bzw. Realität entspricht).

 

Der Wikipedia-Eintrag hingegen verliert aufgrund des veränderten Suchverhaltens in den Augen vieler Berater scheinbar an Relevanz. Faktisch hat er jedoch weiterhin für die Selbstvermarktung von Dienstleistern im B2B-Bereich eine hohe Bedetuung (auch wenn  er seltener gegoogelt wird), denn

  • die KI-Systeme greifen beim Erstellen der Portraits von Personen und Organisationen sehr oft auf die Infos in den vorhandenen Wikipedia-Einträgen zu und
  • die meisten Personen schenken den Wikipedia-Angaben noch viel Vertrauen, selbst wenn sie im Alltag – unter anderem aus Zeit- und Bequemlichkeitsgründen – die KI-Systeme bevorzugt als Informationsquelle nutzen.

Bernhard Kuntz

 

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