18 Jun

Coaches, Therapeuten & Co nehmt Eure Unternehmer-Aufgaben wahr!

COACHES, THERAPEUTEN ALS UNTERNEHMER. Immer wieder stellen wir bei unserer Alltagsarbeit fest: Viele Solo-Selbstständige wie Coaches, Therapeuten und Berater verstehen sich nicht als Unternehmer – zumindest nehmen sie wichtige Unternehmer-Aufgaben nicht wahr.

 

Mitte Mai erschien in der Zeitschrift „Freie Psychotherapie“ des Verbands freier Psychotherapeuten… (VFP), der etwa 11600 Mitglieder zählt, ein Artikel von mir mit dem Titel „Die Webseite: Ihre virtuelle Leuchtreklame“. In den ersten 2 Wochen nach dessen Erscheinen meldeten sich bei uns 5 PsychotherapeutInnen, die anfragten, ob wir sie im Marketingbereich unterstützen könnten. Dies freute uns selbstverständlich, denn normalerweise erhalten wir auf solche Artikel von uns keinerlei unmittelbare Reaktion. (Die gewünschte Wirkung entfalten diese zumeist erst, wenn wir die Artikel für unsere Marktbearbeitung nutzen, also diese zum Beispiel per Mailing an unsere Zielkunden senden oder über die Social Media verbreiten.)

 

Kernproblem der Einzel-Unternehmer: Ihre Webseite wird nicht gefunden

„Nicht jeder selbstständige Coach, Therapeut usw. ist zugleich ein guter Unternehmer.“

Weniger erquicklich waren für mich jedoch die Telefonate, die ich nach den Anfragen mit den PsychotherapeutInnen führte. In ihr erklärten mir die Solo-Selbstständigen in der Regel zunächst, dass ihr Kernproblem sei, dass ihre Webseite von ihren Zielkunden bzw. in ihrer Zielregion nicht gefunden werde (außer wenn man ihren Namen nebst Wohnort bei Google als Suchbegriff eingibt). Danach fragten sie, ob wir, also die PRofilBerater, dies ändern könnten, wonach aber stets der Hinweis folgte „Aber Geld habe ich dafür leider (fast) keins mehr, da ich meiner Werbeagentur bereits einige Tausend Euro für das Erstellen meiner Webseite bezahlt habe.“ (Was mich als Selbstständigen natürlich extrem motivierte, für sie aktiv zu werden.)

 

Vielen Selbstständigen fehlt die nötige Digital-Kompetenz

Daraufhin fragte ich die fünf Interessenten stets, ob sie mir sagen könnten, mit welchem Content-Management-System (CMS) ihre Webseite erstellt sei. Daraufhin antworteten 4 von ihnen: „Das weiß ich nicht.“ Ähnlich war ihre Reaktion auf die Frage, ob sie mir die Zugangsdaten zu ihrem CMS schicken könnten, damit ich mir vom Ist-Zustand der Webseite ein genaueres Bild machen könne. Daraufhin antworteten ebenfalls 4 von ihnen, sie würden die Zugangsdaten nicht kennen, woraufhin ich erstaunt fragte: „Und was machen Sie, wenn Sie auf Ihrer Webseite zum Beispiel mal einen Termin oder Preis ändern oder eine ähnliche Kleinigkeit erledigen möchten?“ Ihre Antwort lautete: „Dann rufe ich meine Agentur an und die erledigt das.“

 

Coaches, Therapeuten usw. bleiben oft abhängig von Dienstleistern

Für mich waren diese Antworten ein Indiz dafür: Die PsychotherapeutInnen – beziehungsweise allgemein Beratungsanbieter – haben sich in den letzten Jahren keinerlei Digitalkompetenz angeeignet. Deshalb befinden sie sich im Bereich Online-Marketing noch immer in einer existenziellen Abhängigkeit von externen Dienstleistern, die sich ihre Leistung selbstverständlich bezahlen lassen. Entsprechend ungepflegt und wenig aktuell, sind die Webseiten (aber auch Social-Media-Accounts) vieler Therapeuten, Coaches, Trainer, Berater usw., speziell von denen, deren Klienten Privatpersonen bzw. Selbstzahler sind, denn sie erzielen oft nicht die erforderlichen Umsätze, um neben ihren sonstigen Kosten noch regelmäßig eine Werbeagentur zu beauftragen.

 

Einzel-Unternehmer brauchen praktisches Marketing-Know-how

„Selbstständige Coaches, Therapeuten usw. brauchen auch Marketing- und Vertriebs-Know-how.“

Entsprechend wichtig ist es aus meiner Warte gerade für diese Solo-bzw. Einzel-Unternehmer im B2C-Bereich

  • sich entweder selbst eine gewisse Grundkompetenz im Umgang mit dem genutzten Content- Management-System anzueignen, so dass sie einfache pflegerische Tätigkeiten wie Termine, Preise, Adresse ändern usw. selbst erledigen können, oder
  • sich zum Beispiel einen Studenten oder Schüler, der diesbezüglich fit ist, zu suchen, der kostengünstig und zeitnah solche Aufgaben stellvertretend für sie erledigt.

Dasselbe gilt für viele andere Tätigkeiten, die zur Selbstvermarktung von Solo-Unternehmern wie Psychotherapeuten, Life-Coaches usw., die in der Regel

  • viele Mitbewerber (auch auf lokaler und regionaler Ebene) haben und
  • (anders als Notare, Wirtschaftsprüfer usw.) nur überschaubare Honorare erzielen,

nötig sind, wobei das Spektrum (abhängig von der Marketingstrategie) vom Versenden von Mailings, über das Schreiben, Hochladen und zielführende Verschlagworten von Blogbeiträgen, bis hin zum Posten von Texten, Videos usw. in den Social-Media reicht. Denn ohne eine gewisse Grundkompetenz in diesem Bereich werden Beratungsanbieter nie wirtschaftlich erfolgreich sein.

 

Coaches, Therapeuten usw. können Marketing-Profis oft nicht bezahlen

Das sei an einem Beispiel illustriert: Eine Psychotherapeutin, die auf besagten Artikel reagierte, arbeitet – eventuell aufgrund mangelnder Therapieaufträge – auch als Yoga-Personaltrainerin. Unter anderem bietet sie auf ihrer Webseite ein eineinhalb-stündiges Yogatraining für 60 € an.

Geht man davon aus, dass sie an einem Arbeitstag maximal 4 solcher Trainings durchführen könnte und ein Monat nur 18 Arbeitstage hat (30 Tage/Monat minus Wochenenden, Feier-, Urlaubs-, Krankheitstage), dann würde sie bei einer Vollauslastung einen Umsatz von 4320 Euro/Monat erzielen. Zieht man hiervon solche Kosten wie Raummiete, Krankenversicherung, Steuern usw. ab, dann verbleiben wenig Euro, die die Psychotherapeutin für externe Dienstleister ausgeben kann – zumindest dann, wenn sie selbst nicht nur von der Luft und Liebe leben möchte.

In einer ähnlichen Situation befinden sich viele Psychotherapeuten, Life-Coaches, Heilpraktiker, Gesundheitstrainer, Karriereberater usw. deren Klienten Selbstzahler sind. Sie haben schlicht nicht die finanziellen Mittel, um Profis für irgendwelche Alltagsaufgaben im Marketing-Bereich zu engagieren. Also haben (speziell die Newcomer unter ihnen, die noch kaum Kunden haben) schlicht keine andere Wahl, als sich selbst gewisse Kompetenzen im (Online-)Marketingbereich anzueignen, um zumindest mittelfristig als Unternehmer so erfolgreich zu sein, dass sie von ihrer Arbeit leben können.

 

Jeder selbstständige Coach, Therapeut ist auch ein Unternehmer

Mein Marketing-Klassiker u.a. für Coaches „Die Katze im Sack verkaufen:…“

Wir werden übrigens für keinen der fünf Psychotherapeuten usw., die uns als Reaktion auf den oben erwähnten Artikel kontaktierten, arbeiten – weniger aus monetären Gründen, sondern primär, weil die Zusammenarbeit mit Selbstständigen, die nicht verinnerlicht haben, dass sie auch Unternehmer sind und als solche auch eine gewisse Eigenverantwortung haben, für uns als Agentur meist nervig ist. Denn sie hängen – salopp formuliert – gefühlt permanent in der Strippe und wollen, dass man etwas für sie erledigt (was selbstverständlich in der Regel nichts kosten darf).

Zudem machen sie, wenn die gewünschten, wirtschaftlichen Erfolge ausbleiben, meist ihre externen Dienstleister hierfür verantwortlich, statt sich auch mal zu fragen: Könnte es eventuell auch daran liegen, dass ich zwar ein guter Coach oder Therapeut bin, aber

    • kein guter Unternehmer bzw.
    • meine Unternehmeraufgaben nicht wahrnehme?

 

Werbeagenturen haben vom SEO oft selbst wenig Ahnung

Übrigens von den fünf PsychotherapeutInnen, die uns kontaktierten, war dreien von den Werbeagenturen, die ihre (optisch durchaus ansprechenden) Webseiten erstellt hatten, auch ein sogenanntes SEO, also Optimieren der Webseite für die Internetsuche in Rechnung gestellt worden. Faktisch hatten sie aber alle diesen Job nicht erledigt, wie ein kurzer Blick ins CMS bzw. in den Quelltext der Webseiten zeigte. Doch registriert hatten dies die PsychotherapeutInnen nicht, weil ihnen hierfür die Digitalkompetenz fehlte. Auch dass ihre Werbeagenturen sie nie fragten „Auf welche Suchbegriffe bzw. Wortkombis sollen wir Ihre Webseite eigentlich optimieren?“, hatte sie nicht stutzig gemacht.

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