06 Dez

Fachzeitschriften sterben zurzeit wie die Fliegen

FACHZEITSCHRIFTEN PRESSEARBEIT, PR. In den letzten Wochen erhielten wir von etwa einem halben Dutzend Fachzeitschriften, denen wir Artikel anboten, die Nachricht: „Tut uns leid, unser Erscheinen wird leider zum Jahreswechsel eingestellt.“

 

So erhielt ich heute Morgen von der Chefredakteurin einer namhaften finanzwirtschaftlichen Zeitschrift folgende Mail:

 

„Lieber Herr Kuntz,

vielen Dank für Ihr interessantes Artikelangebot.

Ich kann dieses jedoch nichts mehr annehmen: Unser Herausgeber hat leider entschieden, unsere Zeitschrift ‚…..‘ zum Jahresende einzustellen. ….

Ihnen danke ich an dieser Stelle für die stets angenehme Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Und wer weiß, vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja an anderer Stelle mal wieder …

Viele Grüße und eine schöne Adventszeit

……………“

 

Artikel in Printmedien sind und wirken wertiger

Solche Nachrichten schmecken uns als Marketing-Agentur, die unter anderem auch Pressearbeit für Berater, Trainer, Coaches macht, selbstverständlich nicht, denn: Inzwischen gibt es zwar viele Online-Medien, in denen man auch Artikel publizieren kann, doch unsere Kunden freuen sich in der Regel mehr über Veröffentlichungen in Printmedien als in Online-Portalen. Aus folgenden Gründen:

  • Artikel in Printmedien sind meist „liebvoller“ layoutet bzw. gestaltet als Artikel in Online-Medien.
  • Sie wirken wertiger, wenn sie von unseren Kunden z.B. auf die Webseite hochgeladen, per Mail versandt, Angeboten beigelegt usw. werden.
  • Der Imagetransfer ist höher, wenn ein Artikel in einer bei den Zielkunden bekannten Fachzeitschrift als in einem Online-Portal erscheint.

Den Fachzeitschriften geht die Luft aus

Dessen ungeachtet sterben z.Z. die Fachzeitschriften jedoch gefühlt wie die Fliegen und diese Entwicklung wird weitergehen. Denn spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist das zuvor schon schlechte Anzeigenaufkommen vieler Fachzeitschriften auf Null gesunken. Einige von ihnen konnten sich in der Folgezeit dank Corona-Hilfen, massiver Sparprogramme  usw. zwar noch einige Zeit über Wasser halten, doch nun geht vielen offensichtlich die Luft aus, denn ihr Anzeigen-Geschäft hat sich in der „Nach-Corona-Zeit“ nie mehr erholt.

Ein zentraler Grund hierfür: Viele Unternehmen haben ihre (ohnehin  reduzierten) Marketing-Budgets umgeschichtet. Statt für Anzeigen in den Printmedien geben sie ihr Geld nun für Werbung in den Social-Media aus. Deshalb gelangten viele Verlagsleitungen zum Schluss: „Jetzt müssen wir, auch wenn es schmerzt, endgültig den Schlussstrich ziehen (… und unsere Mitarbeiter wie die Redakteure, Anzeigenverkäufer, Grafiker usw. entlassen).

 

Das Sterben der Fachzeitschriften wird weitergehen

Und das Fachzeitschriften-Sterben wird weitergehen, denn klar ist: Viele der  Fachzeitschriften, die spätestens seit der „Corona-Zeit“ nur noch als E-Magazin erscheinen (um die Druck- und Versandkosten zu sparen), werden in naher Zukunft die Segel endgültig streichen, denn: Ihre Personalkosten sind weiterhin im Verhältnis zum Umsatz viel zu hoch. Damit wird die Pressevielfalt speziell im B2B-Bereich weiter sinken und damit werden auch unsere Möglichkeiten schrumpfen, Artikel in Printmedien zu platzieren.

 

Das Publizieren von Artikeln in Printmedien wird schwieriger

 

PRofil-Berater Bernhard Kuntz: ein ehemaliger Fachzeitschriften-Redakteur

Ähnlich wie dies vor Jahren schon bei den Tageszeitungen geschah. Diese veröffentlichen noch etwas bis zur Finanzkrise 2009 fast alle am Wochenende stets vor ihrem Stellenanzeigen-Teil zwei, drei Seiten mit Artikeln zu Beruf- und Karrierethemen; außerdem zwei bis vier Mal pro Jahr Aus- und Weiterbildungsbeilagen. Für diese waren wir bei vielen Tageszeitungen regelmäßige Artikel-Lieferanten.

 

Doch da das Volumen der Stellenanzeigen in den Tageszeitungen im Lauf der Zeit (auf heute fast null) sank, strichen die Verlage auch zunehmend ihre Beruf- und Karriereseiten am Wochenende sowie ihre Aus- und Weiterbildungsbeilagen. Und für uns entfiel somit ein Kanal, in dem wir früher sehr viele Artikel über solche trainer-, berater- und coach-relevanten Themen wie Führung, Kommunikation und (Selbst-)Management platzieren konnten.

 

B2B-Trainer, -Berater, -Coaches müssen sich neue Kanäle erschließen

Das ist schade. Doch „life goes on“. Also müssen sich außer uns auch unsere Kunden wie Berater, Trainer, Coaches neue Kanäle überlegen und erschließen, wie sie ihre Botschaften in die Welt hinaus tragen.

 

Immer häufiger müssen wir zu Beratern jedoch auch sagen: „Wir können Ihre Wünsche leider nicht mehr erfüllen.“ So zum Beispiel , wenn diese sich mit der Bitte an uns wenden: „Wir möchten gerne, dass ein Artikel über das Vertriebsprojekt, das wir im Unternehmen xy durchführten, schön aufgemacht in einer Zeitschrift erscheint, damit wir diesen anschließend an unseren Kunden senden können.“ Dann können wir heute nur noch zu ihnen sagen: „Wir können dies zwar versuchen, ob es uns aber gelingt, wissen wir nicht.“ Denn in ganz Deutschland gibt es keine Zeitschrift für Verkäufer (bzw. Zeitschrift, die sich explizit mit dem B2B-Vertrieb beschäftigt) mehr – und dies obwohl für jedes Unternehmen Verkäufer tätig sind. Deshalb interessiert sich auch keine Fachzeitschrift für Projektberichte aus dem Vertriebsbereich mehr.

 

Berater tragen am Fachzeitschriften-Sterben eine Mitschuld.

Ähnlich verhält es sich bezogen auf viele Themen, und die Berater tragen hieran durchaus eine Mitschuld. Denn angenommen ich frage sie: „Welche der für Ihre Zielkunden relevanten Zeitschriften haben Sie eigentlich abonniert?“ Dann lautet ihre Antwort meist: „Keine!“ Und Anzeigen haben sie in diesen Medien ohnehin noch nie geschaltet.

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