28 Mai

Martin Limbeck – du bist kein Dodo, also flieg‘!

VERKAUFSTRAINER, POSITIONIERUNG. „Den Typ kennst Du doch.“ Das dachte ich gestern Abend, als ich auf dem Sofa liegend durch das Fernsehprogramm zappte und bei der SWR-Talkshow Nachtcafe landete.

 

Dann zoomte die Kamera näher heran und ich sah: Ja, das ist Martin Limbeck, Deutschlands wohl bekanntester Verkaufstrainer, der vor vielen, vielen Jahren das Buch „Das neue Hardselling“ schrieb.

 

Martin Limburg in einer meiner Lieblings-Talkshows: Nachtcafe

Martin Limbeck – der wohl bekannteste Verkaufstrainer Deutschlands im Nachtcafe

Interessiert wartete ich darauf, dass Michael Steinbrecher – dessen Interviewstil und Art der Gesprächsführung ich sehr schätze – endlich Martin Limbeck zum Thema des Abends „Wie will ich leben?“ interviewen würde. Dann war es soweit. Doch rasch erlahmte mein Interesse, denn Limbecks Ausführungen waren so gespickt mit allen bekannten Attributen der Selbstdarstellung dieser Spezies Mensch („Porsche“, „Selbstmade-Millionär“, „Villa …“), dass ich mir dachte: Dieses „Storytelling hast du als Berater-Berater schon 100 Mal gehört. Also begann ich parallel dazu den Namen Martin Limbeck zu googeln, da ich erstaunt für mich feststellte: Seit zwei, drei Jahren hast du fast nix mehr von dem Martin Limbeck gehört.

 

Von Martin Limbeck ist gerade ein neues Buch erschienen

Dabei stellte ich fest: Von Martin Limbeck ist ja im Mai – also vor gerade einmal drei, vier Tagen – ein neues Buch erschienen, und zwar mit dem Titel: „Dodoland – Uns geht’s zu gut!: Warum wir alle wieder mehr leisten müssen – Ein Weckruf für Gesellschaft und Wirtschaft!“

Interessiert scrollte ich bei Amazon zur Buchbeschreibung weiter. Dort fand ich unter der Überschrift „DAS WILL ICH“ (also Martin Limbeck) folgenden Text, den ich so bemerkenswert fand, dass ich ihn hier leicht gekürzt veröffentlichen möchte.

 

Der Verkaufstrainer Martin Limbeck ist auch ein „Freiheitskämpfer“

Das Limbeck-Buch: „Dodoland – Uns geht’s zu gut!:…“

(Hervorhebungen im Text von Martin Limbeck oder seinem Ghostwriter).

„Ich will die Stimme der unternehmerisch Denkenden in diesem Land wieder laut und deutlich hören! …Wir brauchen wieder eine neue Leistungskultur! Erst wenn wir die haben, wird Leistung wieder belohnt und nicht bestraft werden. Erst dann werden die Nettozahler wieder wertgeschätzt werden. Erst dann werden sie wieder mehr werden. Erst dann wird es wieder aufwärts gehen…. Erst dann lohnt es sich wieder, so bekloppt zu sein wie ich und so viel zu leisten. Ich will, dass sich Leistung wieder lohnt. Ich will nicht, dass wir alle mehr arbeiten, mehr leisten und dadurch der Staat noch fetter und die Eingriffe des Staats in unser Leben noch absurder werden! Ich wünsche mir in einem Land zu leben, wo sich trotz Pro und Kontra-Meinungen alle gegenseitig respektieren und miteinander diskutieren, um eine gangbare Lösung zu finden. Sonst sind wir kein freies und pluralistisches Land mehr.“

 

Martin Limbeck, Du hast eine Auszeichnung verdient!

Lieber Martin (ich duze Dich jetzt mal; das macht man heute so), Deine Aussagen sind bemerkenswert und ich muss gestehen: So einen gequirlten, zum Konzentrat verdichteten, neo-liberalen „Sch….“ habe ich schon lange nicht mehr gelesen. (Und dies in einer Zeit, in der der Staat – Stichworte: Corona, Ukraine-Krieg, Klimawandel – wie seit Jahrzehnten nicht mehr gefordert ist.) Deshalb möchte ich als staatlich anerkannter „Dumm-Babbler“ Dir den Ehrentitel „Ober-Dumm-Babbler“ verleihen und Dich mit dem „Shit-Preis 2022“ auszeichnen. Du hast dies verdient.

Martin Limbeck, auch ein gefragter Vortragsredner

Ich bin mir sicher, Du sprichst vielen Menschen aus dem Herzen, deren Leistung sich nicht mehr lohnt, obwohl die Partei der Besserverdienenden, deren Vorsitzender wie Du ein Porsche-Fan ist, zurzeit mit in der Regierung sitzt. Deshalb werden gewiss auch künftig viele „Verdammte dieser Erde“ – also Strukturvertriebler, Finanz- und Unternehmensberater, Immobilienmakler usw. – in Deinen Events sitzen und Dir stehend applaudieren.

 

Martin Limbeck, ich verstehe Dich!

  • Ich verstehe ja, dass Du Dich nicht ausreichend respektiert fühlst – schließlich hast Du in den Social Media viel weniger Follower als Elon Musk, Carsten Maschmeyer, Frank Thelen usw.  (obwohl Du „so bekloppt bist so viel zu leisten“)
  • Ich verstehe ja auch, dass Du Dich in Deiner Freiheit eingeschränkt fühlst, weil Du beim Autofahren so oft den Fuß vom Gas nehmen musst, weil am Straßenrand Geschwindigkeitsbegrenzungen stehen.
  • Ich verstehe ja auch, dass Du „Nein“ zum Mindestlohn sagst („Wow, was für eine ‚Courage‘, Martin“), denn der zwingt Dich dazu, außer Steuern auch noch Deiner Putzfrau einen Lohn zu bezahlen, der ihrer Leistung nicht entspricht.

 

Martin, wie wurdest Du „Millionär“ , obwohl sich Leistung nicht lohnt?

Martin, wie wurdest Du „Millionär“ , wenn sich Leistung nicht lohnt?

Das verstehe ich alles! Was ich aber nicht verstehe ist, wie Du als Kind „aus einfachen Verhältnissen“, „aufgewachsen in einem Wohnwagen“ zum „wohlhabenden und angesehenen Unternehmer mit mehreren Unternehmen“ und „Millionär“ wurdest, wenn in diesem unserem Lande Leistung nicht belohnt, sondern bestraft wird? Durch Betrug vermutlich nicht, also wie dann?

Interessieren würde mich auch: Wie viel (von der Gemeinschaft zu bezahlende Corona-Hilfen) hast Du (bzw. haben Deine Unternehmen) in den zurückliegenden zwei Jahren, als das Speaker-Business und Trainingsgeschäft weitgehend am Boden lag, von dem Staat kassiert, der nicht „fetter“ werden soll und dessen „Eingriffe“ in unser Leben (also auch Deins) immer „absurder werden“ und der Dir die Freiheit raubt!

 

Martin Limbeck, warum sagst Du nicht einfach „Goodbye“?

Martin, was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist: Du bist doch kein Dodo; Du kannst fliegen! Warum packst Du nicht einfach die Koffer und wanderst aus diesem Staat, in dem das Leben für Dich als Unternehmer anscheinend so unerträglich ist, aus – zum Beispiel

  • nach Russland. Dort würdest Du unter den Oligarchen gewiss viele Gleichgesinnte finden (sofern sie nicht gerade in ihren Villen in England, in der Schweiz oder in Deutschland sind). Oder:
  • in ein Steuerparadies in der Karibik. Dort könntest Du Deinem Hobby Angeln nachgehen und Heerscharen von Einheimischen, denen Du keinen Mindestlohn bezahlen müsstest, würden sich um Dein Wohl kümmern. Oder.
  • in die USA. In diesem Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“, wo alle glücklich und zufrieden sind, könntest Du Dir so viele Waffen kaufen wie Du willst, um Deine Freiheit zu verteidigen. Dort könntest Du mit Trump-Anhängern sogar das Capitol stürmen, um Dir endlich Verhör zu schaffen (… und den trägen Politikern mal richtig „Feuer unter dem Arsch“ zu machen)?

 

Martin, warum nutzt Du Deine Chancen, Möglichkeiten nicht?

Also Martin, warum nutzt Du als Macher und Self-made-man diese Chance nicht – zumal sich hieraus für Dich eine weitere Chance ergeben würde? Du könntest Dich als Protagonist für die Reality-Show „Goodbye Deutschland“ bewerben. Ich würde Deine dortigen Auftritte gewiss mit mehr Interesse als Deinen gestrigen Auftritt im  Nachtcafe verfolgen – und dies obwohl ich wohl nie verstehen werde, wie man zu so unterschiedlichen Einschätzungen von Deutschland wie wir beide gelangen kann.

 

Martin, wir sind doch letztlich beide nur gut bezahlte „Dumm-Babbler“

Martin, ich fühle mich in Deutschland (bei allem Änderungsbedarf, der zweifellos besteht) „pudelwohl“. Ich hatte zudem nie – obwohl ich auch schon seit über 30 Jahren selbstständig bin –  das Gefühl, dass sich Leistung in Deutschland nicht lohnt. Im Gegenteil!

Deshalb wird es für mich wohl auch immer ein Rätsel bleiben, warum unsere Sichtweisen so verschieden sind, obwohl wir beide – seien wir Mal ehrlich – unter dem Strich betrachtet, doch nur eine Fähigkeit bzw. Kompetenz haben, nämlich „dumm schwätze“ und „dummes Zeug schreiben“. (Zumindest leisten wir beide keinen produktiven bzw. lebensnotwendigen Beitrag zur Gesellschaft wie Brücken/Häuser bauen, Lebensmittel produzieren, Menschen heilen usw.) Dafür werden wir beide doch ganz gut bezahlt. Oder?

 

Auch mal Respekt für die Leistung der Verantwortungsträger zeigen

Und welche Verantwortung tragen wir beide? Martin, letztlich sind wir beide doch (fast) nur für uns selbst und unsere Familien verantwortlich. Den Rest haben wir zum Beispiel an Politiker delegiert. Also sollte man deren Leistung zuweilen auch mal etwas Respekt (und Anerkennung) zollen – und nicht ewig nur herummaulen; gerade wenn man wie wir zu den Besserverdienenden zählt, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

PS – hinzugefügt am 30. Mai, 13 Uhr. Martin, unter den Lesern Deines neuen „Dodoland“-Buchs sind erstaunlich viele Schnellleser. Am 23. Mai ist Dein Buch laut Amazon erschienen. Heute, eine Woche später haben schon 30 „verifizierte Käufer“ auf Amazon eine Rezension hierzu geschrieben – davon 28 mit 5 Sternen. WOW!

 

Und noch eine Frage bewegt mich seit Tagen, Martin: Wie kann man eigentlich, wenn man der Überzeugung ist, dass sich Leistung in unserer Gesellschaft nicht lohnt, Verkäufer motivieren und inspirieren, die ja nicht selten erfolgs- bzw. leistungsabhängig bezahlt werden?

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