03 Mai

Pressearbeit: Haben die Verlage einen an der Waffel?

PRESSEARBEIT, ONLINE-PR BERATER. Auch die Medienbranche nutzt die Digitaltechnik immer stärker, um ihre Produktionsprozesse zu automatisieren und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

 

Das spüren auch wir als PR-Agentur für Berater, Trainer, Coaches. So erhalten wir in jüngster Zeit, wenn wir Artikel unserer Kunden Verlagen bzw. deren Print- und Online-Medien zur Veröffentlichung anbieten, immer häufiger eine (automatisierte) Antwort-Mail mit folgendem Tenor:

 

 

Verlage wünschen wertigen, exklusiven, werbefreien Content

 

Bernhard Kuntz; „Nicht nur die Berater, auch die Verlage und Zeitschriften leben nicht ausschließlich von der Luft und Liebe.“

Lieber Herr Kuntz,

vielen Dank für Ihr Interesse an einer Veröffentlichung in unserer Publikation … . Die von Ihnen angesprochene Thematik klingt durchaus interessant und würde gut in unser Themengebiet „…“ passen. Ihren Beitrag können Sie gerne über unser Online-Formular an unsere Redaktion einreichen:

htpps: ……

 

Melden Sie sich gerne jederzeit mit einem exklusiven Beitrag oder Interview bei uns. Wir freuen uns auf Ihren Artikel! Versprechungen möchten wir ihnen jedoch keine machen hinsichtlich eines Erscheinens Ihres Beitrags in unserem Magazin. Zudem möchten wir Sie vorab gerne auf unseren Leitfaden für Veröffentlichungen und das Gebot der Exklusivität und Werbefreiheit hinweisen – https:….

 

Viele Grüße,

……., Redaktion …….

 

 

Verlage verlangen Mehrarbeit „Auf Verdacht“

 

Übersetzt heißt dies: Der Verlag möchte einen werbefreien Artikel exklusiv zur Veröffentlichung haben (den zu schreiben, etwas Zeit erfordert). Diesen Artikel soll der Autor (bzw. seine PR-Agentur) nach dem Schreiben dann in das Redaktionssystem des Verlags hochladen (was aufgrund der formalen Vorgaben und Layout-Vorgaben meist etwa eine Stunde dauert.) Erst danach entscheidet die Redaktion: Veröffentlichen wir den Artikel oder nicht?

 

 

Signalisiertes Interesse ist oft nur ein Teil des Sales Funnel

 

Erhält man als Autor nach einem Artikelangebot ein solche Antwortmail, gilt es zwei Arten von Verlagen bzw. Medienanbietern zu unterscheiden:

  1. Verlage bzw. Medienbetreiber, die (primär für ihre Online-)Publikationen einen (kostenlosen) „wertigen Content“ haben möchten, zugleich jedoch ihre Personalkosten minimieren möchten, weshalb sie ihre Produktionsprozesse weitgehend digitalisieren und viele Tätigkeiten, die ehemals redaktionelle Aufgaben waren, auf die externen (Fach-)Autoren verlagern, und
  2. Verlage bzw. Medienbetreiber, bei denen das Angebot „Sie können einen Artikel bei uns publizieren, wenn …“ ein Bestandteil ihres Verkaufstrichters – neudeutsch Sales Funnel genannt – ist.

 

Wer zahlt dessen Artikel werden auch veröffentlicht

 

Ist Letzteres der Fall, dann erhält der Artikelanbieter, nachdem er den Artikel in das System hochgeladen hat, in der Regel eine Antwortmail mit folgendem Inhalt:

 

„Danke für das Hochladen Ihres Artikels in unser Redaktionssystem, der bei unseren Lesern gewiss auf eine große Resonanz stoßen würde. Deshalb können wir uns vorstellen, diesen in unserem (Online- bzw. Print-)Medium …  zu publizieren, sofern Sie dazu bereit sind, hierfür einen Produktionskostenzuschuss von …… € zu zahlen….“

 

Dieser Produktionskostenzuschuss kann medienabhängig einige Hundert aber auch Tausend Euro betragen.

 

Nach der Mail folgt oft der Anruf eines „Marketingberaters“

 

Der Artikelanbieter steht nun vor Entscheidung:

  • Verzichte ich auf eine Veröffentlichung meines Manuskripts, in dessen Schreiben und Hochladen ich schon recht viel Zeit investiert habe, oder
  • bezahle ich den Betrag x für eine Veröffentlichung?

Das wissen auch die Verlage bzw. Medienbetreiber. Deshalb erfolgt nach dem Erhalt einer solchen Mail nicht selten der Anruf eines Marketingberaters von ihnen, der versucht, dem Artikelanbieter die Investition schmackhaft zu machen –

  • mit der tollen Reichweite, die er mit dieser Publikation erzielen würde,
  • mit den vielfältigen Möglichkeiten, wie er diese in seinem Marketing- und Vertriebsprozess nutzen könnte, usw..

 

Erschienene „gesponserte Artikel“ sind faktisch Anzeigen

 

Wir streichen als PR-Berater und Unterstützer übrigens alle Medien, die uns, wenn wir ihnen Artikel anbieten, eine Veröffentlichung gegen Geld offerieren, aus unserem Adresspool (bzw. versehen sie mit einem Sperrvermerk). Das heißt, wir bieten ihnen fortan keine Artikelmanuskripte mehr an, denn unsere Erfahrung zeigt,

  • diese Publikationen haben entweder keine große Reichweite bzw. kein gutes Renommee, weil sie letztlich jedes Artikelmanuskript publizieren, sofern dessen Autor hierfür Geld bezahlt, oder
  • die Artikelmanuskripte landen bei (namhaften) Medien, die eine beachtliche Reichweite und/oder ein gutes Renommee haben, weil sie Wert auf Qualität legen, letztlich in irgendwelchen Werbebeilagen und Online-Seiten, deren Beiträge als „gesponserte Inhalte“ gekennzeichnet sind, weshalb auch deren Leser wissen: Das sind faktisch bezahlte Anzeigen.

 

Auch Verlage, Zeitschriften leben nicht nur von der Luft und Liebe

Ein Klassiker: Mein PR-Ratgeber für Berater, Trainer Coaches „Warum kennt den jeder?…“-

Dabei habe ich für das Bestreben vieler Verlage, sich entweder über „gesponserte Beiträge“ neue Einnahmequellen zu erschließen, und/oder durch eine weitgehende Digitalisierung bzw. Automatisierung ihrer Produktionsprozesse, ihre Kosten zu senken, durchaus Verständnis, denn auch sie müssen zumindest kostendeckend arbeiten, um zu überleben – und dies ist in einer Zeit, in der immer mehr Unternehmen ihre Marketing- bzw. Werbebudgets primär für Aktivitäten in den Social Media ausgeben, nicht leicht. Dies ist auch der zentrale Grund, warum immer mehr (ehemals gute) Fachzeitschriften

  • sterben, also ihr Erscheinen einstellen, oder
  • zu reinen Werbepostillen verkommen.

 

Artikel hochladen? Ja, aber nur wenn Veröffentlichung garantiert!

 

Regelmäßig laden wir als PR-Agentur denn inzwischen auch ausgewählte Artikelmanuskripte in die Redaktionsportale von Verlagen hoch, um deren Redakteuren Zeit zu ersparen. Dies tun wir aber stets erst, nachdem uns zugesichert wurde: Dann veröffentlichen wir auch das Manuskript. Rein in der Hoffnung „Vielleicht wird das Manuskript dann veröffentlicht“ irgendwelche Artikel in Redaktionssysteme hochzuladen, dafür ist uns unsere Arbeitszeit zu schade (… und diese würde uns auch kein Kunde bezahlen).

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